30.4.2020

 

Die Knoblauchsrauke - Alliaria petiolata

 

Bei meinen letzten Spaziergängen ist mir die Knoblauchsrauke häufig "über den Weg gelaufen" - ein Kräutlein, dass oft übersehen und wenig genutzt wird. Schade, denn nicht nur in der Küche kann die Knoblauchsrauke punkten, auch als Heilkraut ist sie zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Höchste Zeit, sie euch hier vorzustellen!

Man findet sie recht häufig an halbschattigen Plätzen, unter Hecken, Büschen und an Waldrändern. Gerne wächst sie in Gesellschaft von Brennnesseln, da sie wie diese stickstoffhaltige Erde bevorzugt.

Oft kommen ihre ersten herzrunden, leicht gezackten Blätter schon im Februar aus der Erde. Zerreibe doch mal eines der Blättchen. Wenn es dann nach Knoblauch duftet, dann hast du eine Knoblauchsrauke entdeckt. Aber nicht nur im Geruch, sondern auch geschmacklich ähnelt die Knoblauchsrauke dem Knoblauch. Sie schmeckt allerdings nicht ganz so intensiv, dafür hat sie eine leichte Bitternote.

Mittlerweile steht die Pflanze aber schon in voller Blüte, welche meist bis Juni anhält. Die vier weißen Blütenblätter und der scharfe Geschmack, der durch die enthaltenen Senföl-Glycoside entsteht,  verraten, dass die Knoblauchsrauke zur Familie der Kreuzblütler gehört, wie z.B. auch das Hirtentäschel, unser Gartenradieschen, der Brokkoli oder alle Kohlsorten.

Im Mittelalter wurde die Knoblauchsrauke mit Absicht in den Gärten angebaut. Die arme Bevölkerung, die sich Salz und andere teure Gewürze nicht leisten konnte, verwendete sie zum Würzen, zum Beispiel um eintönige Gerichte schmackhafter zu machen. Ihre scharfen Samenkörner verwendete man als Pfefferersatz oder machte Senf daraus. Die vitaminreichen Blätter gehörten auch traditionell mit in die Kräutersuppen, die nach dem langen Winter wieder Kraft und Vitamine brachten.

Auch heute können wir die blutreinigende und verdauungsfördernde Wirkung der Knoblauchsrauke für eine Frühjahrskur nutzen und Gerichte mit ihrem  pfeffrigen Knoblauch-Geschmack aufpeppen.  Da sich ihr Geschmack beim Kochen leicht verflüchtigt, sollte man sie roh verwenden oder erst am Ende beim Kochen zugeben.

Verwenden kannst du alle Teile der Pflanze: Blätter, Blüte, Samen, Wurzel.

Am intensivsten im Geschmack sind die Blätter, welche  im ersten Jahr die typische Blattrosette  bilden. Im zweiten Jahr treibt die Pflanze dann einen bis ca. 50-80 cm hohen Stängel mit mehr zugespitzten Blättern, deren Aroma nicht mehr ganz so stark ist. Zur Zeit der Blüte und danach kann man die Knoblauchsrauke noch essen - ABER: die Blätter verlieren an Geschmack, denn mit der Blüte fließen die  Inhaltsstoffe der Pflanze in die Blüte und die darin in  Entwicklung befindlichen Samenanlagen. Die Blüten schmecken nun deutlich schärfer als die Blätter. Wer es besonders scharf mag, sollte die grünen Samenschoten probieren, die man ein paar Wochen nach der Blüte ernten kann. Sie schmecken wie eine Mischung aus Kresse und Pfefferoni und machen in Öl eingelegt, dieses zu einem echten Scharfmacher. Die schwarzen ausgereiften Samen sind  in der Pfeffermühle als „Wilder Pfeffer“ ein tolles Gewürz. Man kann auch Senf aus ihnen herstellen oder sie im nächsten Winter als vitaminreiche Sprossen keimen lassen. Die Wurzel der Knoblauchsrauke schmeckt ähnlich wie Kren. Sie sollte geerntet werden, bevor die Pflanze im zweiten Jahr ihren Stängel austreibt. 

 

Heilwirkungen der Knoblauchsrauke

Heute ist die Knoblauchsrauke als Heilkraut in Vergessenheit geraten, doch früher war sie auch wegen ihrer Heilwirkungen geschätzt. Ihre antibiotische Wirkung entfaltet sie dabei sowohl bei äußerlicher als auch innerlicher Anwendung. Als Tee oder Frischsaft kann sie bei Erkrankungen der Atemwege helfen, sie wirkt  schleimlösend, außerdem leicht harntreibend und blutreinigend. Eine Umschlag mit gequetschten Blättern hilft bei schlecht heilenden Wunden und Insektenstichen, die Tinktur kann bei Zahnfleischentzündungen verwendet werden. Da die Wirksamkeit schnell nachlässt, sollte man für solche Anwendungen nur frische Pflanzen verwenden.

Bei eurem nächsten Spaziergang haltet Ausschau nach dieser Pflanze und genießt, wieder zu Hause, ein Butterbrot mit klein geschnittener Knoblauchsrauke. Vielleicht schmeckt sie euch ja genau so gut wie mir - euer Körper wird sich auf jeden Fall über diese Kost freuen!

 

5.4.2020

Wir durchleben gerade eine außergewöhnliche Zeit mit ganz neuen Herausforderungen. Der Corona-Virus beherrscht im Moment unseren Alltag. Wir alle stehen vor einer völlig neuartigen Situation, täglich gibt es neue Meldungen und für mich sind eine allgemeine Verunsicherung und  wachsende Ängste zu beobachten. Worüber sich aber alle einig sind: Es ist besser, im Falle eines Falles ein einwandfrei funktionierendes Immunsystem zu haben, das wir mit Hilfe der Natur gerade jetzt wunderbar unterstützen und aufbauen können. Da zur Zeit leider keine Workshops stattfinden können, habe ich euch hier einige Infos zusammengestellt und hoffe, euch so ein bisschen unterstützen zu können.

 

Echinacea purpurea - der Rote Sonnenhut: stärkt unser Immunsystem vorbildlich. Zur Abwehr von Viren sollte man den Sonnenhut als Tinktur einnehmen.

 

Sambucus nigra - der Schwarze Holunder: jetzt den Saft aus den Beeren trinken oder wie zu Großmutters Zeiten Hollerkoch essen. Die Inhaltsstoffe der Beeren wirken ebenso wie Echinacea antiviral und enthalten viel Vitamin C.

 

Hippophae rhamnoides - der Sanddorn: Sanddornsaft, Sanddornblätter-Tee und Sanddornfruchtfleischöl bergen viele Kräfte in sich, bekannt ist aber vor allem der hohe Vitamin-C-Gehalt der Beeren. Er übertrifft den von Zitrusfrüchten um das bis zu 10-fache. Bereits unsere Vorfahren setzten Sanddornbeeren als Stärkungsmittel für ihre Abwehrkräfte ein. Die Erforschung der Inhaltsstoffe des Sanddorns hat gezeigt, dass die Beeren antibakterielle, entzündungshemmende, zell- und leberschützende Eigenschaften haben, die das Immunsystem stärken und bei Stress helfen - also gute Gründe, in dieser Zeit Sanddornprodukte einzunehmen. Diverse Inhaltsstoffe der Früchte und Blätter des Sanddorns wirken zudem antibakteriell sowie antiviral und können so den Organismus bei der Abwehr von Infektionen unterstützen. 

 

Wildkräuter wie Schafgarbe, Brennnessel, Vogelmiere, Giersch und Co sollten jetzt jeden Tag in den Speiseplan integriert werden. Alles, was die Ausscheidung unterstützt, stärkt die Abwehr gefährlicher Erreger. Und nebenbei ist jetzt die beste Zeit, den Körper mit einer Wildkräuter-Frühjahrskur voll in Schwung zu bringen!

 

Prunella vulgaris - die Gemeine Braunelle: ist mit ihren Inhaltsstoffen besonders kraftvoll im Kampf gegen Viren. Hier ist der Tee wirkungsvoller als eine Tinktur. 

 

Besonders wichtig finde ich, jetzt auf eine Stärkung der Lungen zu achten. Dafür möchte ich euch zwei Heilpflanzen besonders ans Herz legen :
Pulmonaria officinalis - das Gefleckte Lungenkraut
Equisetum arvense - der Ackerschachtelhalm, auch als Zinnkraut bekannt.

 

Und als Anti-Viren-Pflanzen sollten möglichst oft Ingwer, Oregano und Meerettich auf dem Speisesplan stehen.

 

Immer wieder vergessen wird die heilende Kraft von Apfelessig: neben vielen anderen wertvollen Eigenschaften ist die Einnahme von Apfelessig ein starkes Hausmittel bei Grippe und grippeähnlichen Symptomen und er  wirkt entzündungshemmend, wenn sich Entzündungsherde im Körper befinden. Beim Kauf solltet ihr unbedingt auf unpasteurisierten Apfelessig in Bio-Qualität achten, da durch Pasteurisieren die heilsamen Essigbakterien abgetötet werden - Schlieren, die man mit freiem Auge erkennen kann,  sind ein Zeichen, dass diese vorhanden sind und nicht, dass der Essig verdorben ist. Einnahmeempfehlung: 2 Esslöffel mit 1/4l Wasser morgens vor dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen trinken; kann auch mit 1 Teelöffel Honig gesüßt werden.

 

Weiters nicht zu vergessen, ist die Kraft von Propolis. Wer es verträgt kann es jetzt regelmäßig einnehmen. 

 

Speisesoda und Zitronensaft: Viren fühlen sich in einem übersäuerten Körper wohl. Durch unsere Lebensweise und dem v.a. jetzt noch vermehrten Stress gibt es wohl kaum jemanden, dessen Körper ein basisches Milieu aufweist. Ein einfaches und noch dazu billiges Mittel für mehr Basen im Stoffwechsel ist das Speisesode. Täglich 1 Tl in 1/4l Wasser auflösen und trinken, am Besten gleich am Morgen. Mit frisch gepressten Zitronensaft kann man nicht nur den Geschmack, sondern auch die Wirkung verstärken. Zitronensaft wirkt basisch und kurbelt außerdem die Entgiftung an.

 

Hände-Desinfektion wird uns sehr ans Herz gelegt. Hier habe ich ein Rezept für ein Handdesinfektionsmittel laut WHO, das ihr sehr leicht selbst herstellen könnt (bekommen hab ich es von dem Apotheker Mag.Arnold Achmüller - www.krautundwurzel.com):

Zutaten: (alle in Apotheken oder guten Drogerien erhältlich)
75g Weingeist (Alkoholgehalt muss über 80% sein)
4g Wasserstoffperoxid 3%
2g Glycerol
10 Tropfen ätherisches Öl (desinfizierend sind z.B. Thymian, Ravensara, Nelke, Lavendel, Niauli)
Zubereitung und Anwendung: Die Zutaten werden nacheinander vermischt und in ein 100ml Sprühfläschen abgefüllt.
Mehrmals täglich damit die Hände desinfizieren.

 

Zu guter Letzt - raus an die frische Luft und tief atmen! Sauerstoff ist gerade bei einem Virus, der v.a. die Lunge angreift, besonders wichtig und man sollte alles tun, damit der Sauerstoffgehalt im Blut sich erhöht. Zellen, die ausreichend mit Sauerstoff versorgt sind, können sich im Falle einer Ansteckung besser selbst heilen. 

 

Damit auch unsere  Seele  gesund über diese schwierige Zeit kommt, vergesst nicht auf die kleinen Dinge, die euch freuen , auf die Kraft der Musik und auf euren Humor. Es sollte kein Tag vergehen, an dem ihr nicht wenigstens einmal gelacht und einmal gesungen habt! 

Lacht und singt euch durchs Leben! 

Ich wünsche uns allen  Leichtigkeit in unserem  Da-Sein,  egal vor welchen Herausforderungen  wir gerade stehen.  Kommt  gut und gesund durch diese Zeit und last but not least lasse ich Vaclav Havel mit einem wunderbaren Zitat zu Wort kommen:

 

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,

sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht,

egal wie es ausgeht."

Vaclav Havel

 

 

Verwendete Quellen: Gesundheitsbote, FNL - Freunde naturgemäßer Lebensweise

 

 

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